Mit dem Web 2.0 ist das so eine Sache. "Ein Hype", rufen die einen, "die Revolution im Internet" die anderen. Doch die mediale Diskussion erfolgt zumeist auf theoretischer Ebene, während viele User schon Web-2.0-Tools anwenden, ohne sich dessen immer bewusst zu sein. Und in der Tat: Sinn und Zweck vieler Plattformen und Anwendungen ergeben sich erst durch den konkreten Gebrauch in klassischen Berufssituationen:
Wer dienstags einen Geschäftstermin mit dem Neukunden in München hat, meldet sich am Tag zuvor noch einmal bei seinem Ansprechpartner, um den vereinbarten Zeitpunkt und -ort zu bestätigen. Die Visitenkarte ist verlegt, ein Blick in Xing hilft dabei, die Durchwahl direkt zu finden. Die Adresse des Restaurants schickt der Kunde schnell per Google Maps, das individualisiert generierte Karten mit Ortsmarken zur Verfügung stellt.
Auf dem Weg mit dem ICE nach München ertönt auf einmal die Durchsage: "Wegen eines Triebwagenschadens verzögert sich die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit." Eine typische Situation, die schon für den ein oder anderen Schweißausbruch gesorgt hat. Mittels Laptopkarte, ein wenig UMTS- oder GPRS-Netz und Twitter kein Problem: Die Short-Message-Plattform ermöglicht die Eröffnung eines eigenen Chat-Raums. Eine kurze Einladung an den Kunden und ein kontinuierlicher Update-Kanal zum Stand der Reise ist eröffnet. Kurz vor Ankunft noch ein kurzer Blick in Wikipedia, wo die Historie des Restaurants von Nutzern hinterlegt wurde. Die könnte auch den neuen Kunden interessieren.






